Wachtberger Team in der Grünen Hölle

Das Wachtberger Motorsportteam 9und11 aus Villip hat am vergangenen Wochenende an der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring teilgenommen und konnte sich erfolgreich in der vorderen Hälfte platzieren. Trotz – oder gerade wegen – den heftigen Regenfällen, die das Rennen begleiteten, bot die 47. Adenauer ADAC Deutsche Payment-Trophy Motorsport der Extraklasse, sehenswerte Duelle und schnelle Rennboliden gab es in Hülle und Fülle zu sehen.

Das Rennen musste wegen Nebel verzögert gestartet werden, lief aber über die volle vierstündige Distanz. Die Wachtberger rund um Porsche-Experten Dirk Lessmeister hatten den 24h-Rennen-Porsche wieder einsatzbereit gemacht und konnten so auch bei schwierigen Bedingungen punkten. Letztendlich erreichten die Fahrer Georg Goder aus Neuss, Vincent Kolbaus Frankfurt und Martin Schlüter aus Köln einen soliden Platz im Mittelfeld des hochkarätigen Starterfeldes und verpassten in der besonders umkämpften Cup 2 – Klasse mit einem 4. Platz nur knapp das Podium.

Der Gesamtsieg ging nach 24 Runden an Christopher Mies und Connor De Phillippi auf dem Montaplast by Land Motorsport Audi R8 LMS. Für das Team „Land“ war es der 20 Sieg nach langer Abstinenz am Nürburgring. Der Veranstaltende MSC Adenau zeigte sich zufrieden mit dem Rennen, konnten auch einige der Lokalmatadoren des Vereins gute Ergebnisse und Klassensiege erkämpfen. Weiter geht es für die Piloten nun am 16.07.2016: Dann steht die Ampel für das 56. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen auf Grün. (RSC)

NRW hilft Unwettergeschädigten

Anträge können ab sofort gestellt werden

Die Landesregierung hat inzwischen die Soforthilfe für Unwettergeschädigte zur Verfügung gestellt. Ausgezahlt werden die Gelder über die Kreise als Untere Wasserbehörden. Betroffene können ihre Anträge daher unmittelbar an den Rhein-Sieg-Kreis richten.

Voraussetzung ist, dass die Schäden bei den Unwettern zwischen dem 31. Mai 2016 und dem 8. Juni 2016 entstanden sind. Die Hilfe ist auf die Kommunen Wachtberg, Meckenheim und Rheinbach beschränkt.

Insgesamt stehen für die Region zunächst 80.000 Euro zur Verfügung. Die Gelder werden sowohl Privathaushalten als auch Kleingewerbe- oder landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung gestellt. Unterstützung aus den Landesmitteln gibt es bei Privathaushalten dann, wenn der entstandene Schaden 5.000 Euro überschreitet. Sie erhalten je nach Haushaltsgröße 1.000 bis 2.500 Euro als Festbetrag. Kleingewerbe- und landwirtschaftliche Betriebe können 5.000 Euro als Zuwendung bekommen, wenn der Schaden mindestens 10.000 Euro beträgt. Voraussetzung ist allerdings in allen Fällen, dass eine Versicherung des Schadensfalls nicht möglich war.

Wenn der Antrag alle Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Auszahlung unmittelbar. Andernfalls erhalten Sie eine schriftliche Information mit einem Hinweis zu den Ablehnungsgründen.

Die Anträge müssen mittels Formular bis spätestens Freitag, 15. Juli 2016, beim Rhein-Sieg-Kreis eingereicht werden: Rhein-Sieg-Kreis, Amt für Technischen Umweltschutz – Querschnittsaufgaben -, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg.

Die Antragsformulare sowie die Richtlinie zur Gewährung der Soforthilfe finden Sie unter dem Link. Weitere Informationen gibt es auch über die zentrale E-Mail-Adresse hochwasserhilfe@rhein-sieg-kreis.de bzw. während der üblichen Bürozeiten unter der Rufnummer 02241/13-2800. (RSC)

„Man muss helfen!“

Mehrere tausend Besucher unterstützen die Flutopfer

9 Leute. Mehr brauchte es nicht um die Veranstaltung aus dem Boden zu stampfen, die am vergangenen Wochenende in Wachtberg-Berkum stattgefunden hat. Dort hatten die Organisatoren der Aktion „Wir für HIER“ zur Benefiz-Aktion aufgerufen und mehrere tausend Bürger waren dem nachgekommen. Sämtliche Erlöse kamen den Betroffenen der Flutwelle vom 4. Juni zu Gute, die in den Wassermassen ihr Hab und Gut verloren hatten.

Gefühlt ganz Wachtberg tummelte sich auf und um den Bernareggio-Platz und hatte offenbar viel Hunger mitgebracht: Von den knapp über 100 Kuchen, die zahlreiche Unterstützer gespendet hatten, war jedenfalls nach eineinhalb Stunden kein Krümel mehr übrig. So erging es auch Karl Sonntag von der Charlys Backstube in Pech. „Das 10-Meter-Baguette hat nicht mehr als zwei Stunden gereicht, dann war alles aufgegessen“, sagte er freudig. Erlös in seinem Fall: Fast 400 Euro, die ohne Umwege den Betroffenen zu Gute kommen werden.

Auch das Villiper Dreigestirn ließ es sich nicht nehmen, die Aktion als Moderatoren und Auktionatoren zu verstärken. Prinz Thomas begrüßte die vielen Besucher pünktlich um 14 Uhr und fand neben viel berechtigtem Lob an der Wachtberger Feuerwehr auch mahnende Worte: „Wir können eigentlich froh sein, dass keinem etwas passiert ist“. Jungfrau Baptista animierte die Zuschauer zum Geldausgeben; „Sie helfen mit allem was Sie hier erwerben“.

Das ließen sich die Wachtberger nicht zweimal sagen, in kurzer Zeit waren auch die Lose für die Tombola verkauft. Das Highlight der Veranstaltung war dann aber die Versteigerung von gespendeten Preisen durch das Dreigestirn; hier kamen unter anderem Traktor- und Planwagenfahrten, ein Hubschrauberrundflug oder eine von Max Mutzke und den Common Linnets signierte Gitarre unter den Hammer und wurden zu Preisen von teilweise deutlich über 100 Euro verkauft.

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte die Band „Jodesberger Junge“, die ein Privatkonzert zur Versteigerung anboten. Einem Bieter war diese einmalige Chance 630 Euro wert – Rekord an diesem Nachmittag.

Für die musikalische Untermalung auf der Bühne sorgten die Jagdhornbläser aus Rheinbach, ehe die Godesberger Band „Winterfeld“ übernahm. „Es ist eigentlich ein Wunder, dass wir hier heute spielen können“, erzählten Sie. Vor zwei Wochen stand auch ihr Godesberger Proberaum samt Instrumenten unter Wasser. Für coole Dancemoves zu Hip-Hop-Musik war eine Wachtberger Mädels-Gruppe zuständig und legte eine flotte Sohle aufs Parkett. Auch die Kinder des Drachenchors ließen es sich nicht nehmen, ein Lied vor vollen Rängen zum Besten zu geben.

„Man muss helfen“, sagte Heike Meedin, die den zündenden Facebook-Eintrag vor zwei Wochen verfasste. „Das war Anfangs nur als eine Art Flohmarkt gedacht“, erzählte sie, es habe sich dann aber schnell verselbstständigt. Mit acht weiteren Helfern traf man sich wenige Tage nach der Flut beim Lumis in Berkum, dort fiel dann der Entschluss, eine Orga-Facebook-Gruppe zu gründen. „Nach nur zehn Minuten haben wir die 1.000 Unterstützer geknackt“, sagt Meedin.

Neben den vielen großen Spendern waren auch viele Kinder gekommen, die auf einem Flohmarkt ihre Spielzeuge verkauften. Die Kinder bezahlten im Vorfeld eine kleine Standgebühr als Spende an die Flutopfer, ihren Erlös konnten sie dafür behalten. Ob es sich gelohnt hat? „Gefühlt sind sie jetzt Millionäre“, erzählte Michaela Kleikamp lachend.

Wie genau die Spenden jetzt verteilt werden, darüber möchten sich die Organisatoren jetzt in Ruhe Gedanken machen – in den vergangenen 12 Tagen war dazu verständlicherweise wenig Luft. Die Veranstaltung war allerdings ein voller Erfolg – im Internet wünschte sich manch einer bereits eine Wiederholung. (RSC)

Die Brücken stehen

Wachtberger kommen wieder ohne Umwege von A nach B

Das Technische Hilfswerk hat in der vergangenen Woche in der Gemeinde Wachtberg wirklich Erstaunliches vollbracht: Zwei Brücken konnten in nur fünf Tagen fertig gestellt werden, beide in dem vom Unwetter schwer gebeutelten Ortsteil Pech. Die Hauptstraße ist somit wieder für Autos und normale Busse befahrbar, die Brücke wurde bereits Freitag erfolgreich getestet und ist seit Samstag in Betrieb. Eine weitere Ersatzbrücke wurde im Laufe der Woche auch zwischen Arzdorf und Berkum errichtet. In Pech benötigte das THW lediglich acht Stunden für den Aufbau, nur das Befestigen und Aufschütten von Rampen nahm einige Zeit in Anspruch. Am Grünen Weg begannen die Brückenbauarbeiten erst am Donnerstag, am Samstag wurde die 24 Meter lange und über 45 Tonnen schwere Brücke von einem Schwerlastkran über den Bach gelegt. Sie ist damit deutlich größer dimensioniert und kann Fahrzeuge von bis zu 40 Tonnen tragen. Notwendig ist das, weil diese Brücke auch von Baufahrzeugen und der Müllabfuhr überquert werden muss. Die vielen Zuschauer jubelten den Einsatzkräften begeistert zu, viele waren extra für die spektakuläre Aktion vorbeigekommen. Jörg Ostermann von der Gemeinde Wachtberg bedankte sich bei den Helfern: „Ich bin sehr beeindruckt von dieser Leistung.“ Bürgermeisterin Renate Offergeld war besonders überrascht: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir heute schon auf der Brücke stehen können.“ Bis Mittwoch wurde die Brücke noch weiter befestigt und Zufahrtsrampen gebaut, dann konnte der Verkehr wieder ungehindert rollen.

Für den Bau der Brücke waren rund 50 freiwillige Helfer des Technischen Hilfswerkes im Dauereinsatz.

Das Technische Hilfswerk hätte vermutlich auch die dritte Behelfsbrücke bei Arzdorf schneller errichten können; allerdings kam man beim für die Landstaße 123 zuständigen Straßen NRW erst gar nicht darauf, die engagierten Helfer zu fragen. Als WDR-Reportein Anne Burghard die Behörde durch Nachfrage weckte, ging es dann aber im Hauruck-Verfahren. Innhalb eines Tages stand der Entschluss zum Brückenbau, das THW sagte umgehend zu. Ralf Beyer vom THW konnte auch innerhalb weniger Stunden das benötigte Material beschaffen. Für die Wachtberger heißt das in den kommenden Monaten endlich wieder „Freie Fahrt!“, wenn auch zunächst langsam. (RSC)

Danke!

Wer in diesen Tagen Helden sehen will, muss dafür nicht ins Kino – meint Lokalredakteur Ruben Schäfer

Superman, Captain America, Iron Man: Sie alle hätten nicht besser hinbekommen, was die Wachtberger, unterstützt von Einsatzkräften aus ganz NRW geschafft haben.

Wenn da einer gekommen wäre, am 5. Juni, und hätte mir gesagt: „Die drei Brücken in Pech und bei Arzdorf, die sind in 14 Tagen wieder startklar“, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Jörg Ostermann sprach von 14 Monaten, ein besorgtes Raunen ging durch die Anwesenden bei der Pressekonferenz. Und jetzt? Eine Woche später stehen drei Ersatzbrücken, vom Technischen Hilfswerk errichtet. Die eifrigen Helfer reisten aus ganz Nordrhein-Westfalen an, wie man an ihren Fahrzeugbeschriftungen unschwer erkennen konnte. Ehrenamtlich. Bis tief in die Nacht. Und trotzdem auch beim letzten Brückenbau in Arzdorf munter und bestens gelaunt. „Wir machen keine Pause, das Dingen stellen wir heute auf“, sagte mir Thorsten Tausch lachend, er war der Einsatzleiter. Das haben sie dann auch gemacht, trotz schlechtem Wetter. Am nächsten Tag mussten sie schließlich auch arbeiten. Mich hat das beeindruckt.

Ebenso wie die große Leistung der Feuerwehr, die in und um die Gemeinde alles gegeben hat, um den Schaden im Rahmen zu halten. Freunde von mir hätten ohne die Pumpen der Einsatzkräfte wohl einiges verloren. Und auch die Bevölkerung in Wachtberg zeigte, was Zusammenhalten bedeutet. On- und Offline wurden Tauschbörsen und Spendenaufrufe gestartet, und teilweise hatte ich das Gefühl, da wurde fast mehr angeboten als benötigt. Eine kleine Truppe hat auf Facebook mit einer harmlosen Frage eine Welle losgetreten: „Gäbe es hier Leute, die uns helfen würden eine Art Gratis-Flohmarkt zu organisieren?“, fragte Heike Meedin da.

Mittlerweile hat das Event über 1800 Unterstützer auf Facebook gewonnen und hat das Zeug, dem Wachtberger Frühling Konkurrenz zu machen. Was für ein Ausrufezeichen der Solidarität. Wer in diesen Tagen Helden sehen will, muss dafür nicht ins Kino gehen – ein Blick in die Nachbarschaft genügt vollkommen. Gute Gelegenheit übrigens, selber Held zu werden: Feuerwehr, THW und auch die Bürger haben bewiesen, dass auch im Zeitalter der digitalen Medien soziales Engagement und Hilfsbereitschaft unverzichtbar und wichtig sind. Wer Interesse hat, da mal mitzuhelfen: Die Retter aus der Nachbarschaft suchen immer Verstärkung. (RSC)

Wachtberger Motorsportteam am Nürburgring

Das Wachtberger Motorsport-Team aus Ruben und Norbert Schäfer hat am vergangenen Samstag an der Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) auf dem Nürburgring teilgenommen. Dabei konnte man den frisch aufgebauten Miele-Miesen-Ford Cougar nochmals auf Herz und Nieren prüfen. Der Test verlief auch diesmal sehr erfolgreich, konnte man doch das Potential des Renners voll ausnutzen und auch einigen rennerprobteren Boliden den Heckflügel zeigen.

Norbert Schäfer war nach der Veranstaltung begeistert: „Das Auto ist schnell und sicher zu fahren; auch dank der Unterstützung durch Hauptsponsor Miele-Miesen aus Godesberg.“ Das Team teilte sich die zwölf Runden, somit standen jedem über 140 Kilometer auf der legendären Nordschleife zur Verfügung. Beide konnten ihre persönliche Bestzeit deutlich nach unten korrigieren, der Fahrspaß stand den Motorsportlern ebenfalls ins Gesicht geschrieben.

Miele Miesen zeigte sich auch abseits der Strecke hilfsbereit: Berührt von den Hochwasserbildern aus Wachtberg wurde unverzüglich ein Paket für Flutopfer geschnürt; jeder Betroffene erhält 50€ Nachlass auf Neugeräte, auf Miele-Geräte sogar 150€. Lieferung, Montage und Entsorgung der Altgeräte ist selbstverständlich kostenlos und wird schnell und problemlos durchgeführt. (RSC)

Wir für HIER

Wachtberger planen Fest via Facebook – alle Erlöse für die Flutopfer

Die Anteilnahme für die Flutopfer der Gemeinde Wachtberg und auch der umliegenden Gemeinden hat auch eine Wochen nach der Katastrophe nicht nachgelassen, im Gegenteil. In der Facebook-Gruppe „Sachspenden / Hilfeleistungen Unwetter Wachtberg“ bieten viele freiwillige Helfer ihre Dienste oder auch Gegenstände an, um Betroffenen zu helfen. Egal ob Kleidung, Haushaltsgegenstände oder einfach Rat und Tat; ein Blick lohnt sich. Über 700 Mitglieder sind bereits in der Gruppe und engagieren sich.

Auch jenseits des Internets zeigen sich die Wachtberger solidarisch: Kommenden Sonntag findet in Berkum in der Fußgängerzone und auf dem Parkplatz am Bernareggio-Platz eine Art Volksfest statt; auch wenn der Name im Kontext nicht ganz zutreffend ist. Unter dem Motto „Wir für hier – wir für Wachtberg“ wird es eine große Kuchentheke, einen Kinderflohmarkt, eine Bühne mit Show und Musik und eine Hüpfburg geben; weitere Programmpunkte waren bei Redaktionsschluss bereits in Planung. Besonderes Highlight wird die Versteigerung, bei der gespendete Sachpreise vom Villiper Dreigestirn meistbietend verkauft werden. Alle Erlöse kommen den zahlreichen Flutopfern der Gemeinde zu Gute, die in den Wassermassen viele Habseligkeiten verloren haben. Mit-Organisatorin Heike Meedin war vom großen Zuspruch der Bürger begeistert, „es ist toll zu sehen, wie wir Wachtberger zusammenhalten“, sagte sie.

Die Idee eines Flohmarktes kam bereits am Dienstag nach der Flutkatastrophe in der Facebook-Gruppe „Sachspenden / Hilfeleistungen Unwetter Wachtberg“ auf. Vollständig von Privatleuten aus Wachtberg organisiert, entwickelte das Projekt sehr schnell Dynamik: Unzählige Wachtberger boten die verschiedensten Dinge an, um den Betroffenen zu helfen, darunter signierte Einzelstücke von berühmten Rennfahrern, aber auch Kinderbücher Pflegeprodukte und Traktorfahrten waren darunter. Etliche Firmen aus der Region sagten zudem Gutscheine für alles Erdenkliche zu. Besonders freudig wurde die Ankündigung vom Roten Kreuz aufgenommen, das Suppe mit Würstchen verkauft, und den gesamten Erlös spendet. Für den Auf- und Abbau meldeten sich bereits einige Bürger, wer noch helfen will: Los geht’s um etwa 10 Uhr mit dem Aufbau, Anmeldungen in den Gruppen via Facebook. Wer dort nicht vertreten ist, kann Hilfe oder Spenden gerne unter wirfuerhier@web.de anmelden. Für die Veranstaltung haben schon über 100 Gäste zugesagt, vorbeischauen und vor allem Geld ausgeben lohnt sich also!

Das Event findet kommenden Sonntag (19. Juni) von 14-17 Uhr statt, sollte es regnen, steht die Aula in Berkum als Alternative zur Verfügung. (RSC)

Wachtberg Hilft

Ein Gartenhaus steht im Garten, leicht schief, leicht lädiert. Helfer demontieren es gerade. Silvia Klevenhaus ist eine von ihnen. „Wir wissen gar nicht, woher das kommt“, erzählt sie. Es stammt jedenfalls weder aus diesem Garten, noch aus einem der Umliegenden. Es kam mit den Wassermassen und blieb am Balkon hängen.

Bereits einen Tag nach der großen Flut haben in Wachtberg die Aufräumarbeiten begonnen. In Villip, Pech, Arzdorf, Fritzdorf und Werthhoven waren die ersten Ehrenamtlichen Helfer bereits am Samstag Abend im Einsatz, um die Betroffenen nach besten Kräften zu unterstützen. Mangels zentraler Koordination organisierten sich viele auf Facebook in der Gruppe „Unser Wachtberg“ oder folgten dem Aufruf der Wachtberger Feuerwehr, die sich ebenfalls trotz der langen Nacht auch Sonntags noch an den Arbeiten beteiligte.

Das enorme Zerstörungspotential wurde insbesondere in Villip und Pech deutlich: In Villip wurden die Häuser neben dem Bach am stärksten getroffen, aber auch hundert Meter weiter ins Land fanden sich noch Spuren der Zerstörung. Gärten waren umgepflügt und voller Schlamm, vor einigen Einfahrten fanden sich noch Sandsäcke. Für den Abend waren weitere Unwetter vorausgesagt.

In Pech wurden mehrere Autos von den Wassermassen weggerissen, schließlich stürzte die Brücke über dem Bach ein, das Wasser bahnte sich seinen Weg auf die Pecher Landstraße.

Bilder, die viele Wachtberger zum Helfen motivierten. Im Handumdrehen wurden Schlafplätze angeboten, Kaffee und Essen organisiert, Waschmaschinen verliehen. Auch Duschgelegenheiten waren schnell geschaffen und wurden von den leicht verschlammten Helfern auch gerne genutzt. Die Gemeinde stellte Container zur Verfügung, um den Müll abzutransportieren. Der Schaden für die Anwohner ließ sich noch nicht abschätzen, dem Vernehmen nach zahlt in den meisten Fällen keine Versicherung. Die Finanzielle Belastung wird daher sehr hoch ausfallen.

Die Gemeinde hat zur Unterstützung ein Spendenkonto eingerichtet. Auf die bekannten Konten der Wachtberger Gemeindeverwaltung können Spenden unter Angabe des Stichwortes „Hochwasserspende 2016“ geleistet werden. Spendenquittungen stellt die Gemeinde Wachtberg aus. Die Konten der Gemeinde sind auf der Homepage aufgelistet. (RSC)

Unwetter wütet schwer in Wachtberg

Das Unwetter in Wachtberg am vergangenen Wochenende hat in vielen Dörfern der Gemeinde für teils erheblichen Schaden gesorgt. Bäche traten über die Ufer und über- bzw. unterspülten ganze Straßenzüge, mehrere dutzend Private Wohnhäuser wurden geflutet. Die Feuerwehr war nach starken Regenfällen von über 100 Litern pro Quadratmeter in den Höhen ab 14:30 Uhr am Samstag beim ersten Einsatz, über 200 weitere sollten folgen. Unterstützende Wehren aus dem gesamten Kreis reisten an, dennoch waren die unermüdlichen Helfer bis halb fünf am Sonntagmorgen im Einsatz. Auch in den angrenzenden Gemeinden, Grafschaft und auch in Bonn richtete die Flut große Schäden an.

Die gute Nachricht allerdings: Weder Anwohner noch Helfer hatten Personenschäden zu beklagen. Da manche Einsatzstellen für die Feuerwehr nicht zugänglich waren, kamen zusätzlich das DLRG mit Strömungsrettern zum Einsatz. Durch weitere Hilfsorganisation wurde der Rettungsdienst und die Einsatzversorgung sichergestellt. Die Wassermassen hätten nie gekannte Ausmaße erreicht, betonte Jörg Ostermann, Kriesenstabsleiter der Gemeinde Wachtberg, bei der Pressekonferenz am Sonntag Mittag. Durch den Mehlemer und Godesberger Bach hätten sich Flutwellen ihren Weg durch die Gemeinde gebahnt.

In Pech wurden mehrere Autos weggespült, Kanäle hielten den Fluten nicht stand, Brücken stürzten ein. In Niederbachem musste die Konrad-Adenauer-Straße wegen Gasalarm evakuiert werden, auch hier war eine Brücke eingestürzt und beschädigte eine Leitung. Die L123 zwischen Berkum und Arzdorf bleibt gesperrt, nach derzeitigem Stand für mehrere Monate. Jörg Ostermann betonte im Hinblick auf präventive Maßnahmen, dass solche Wetterphänomene technisch nicht zu verhindern seien. „Man kann sich vor so etwas nicht schützen“.

Bürgermeisterin Renate Offergeld dankte allerdings den vielen freiwilligen Helfern, die in den Dörfern ihre Nachbarn tatkräftig unterstützten. Ein kleiner Trost war zudem die Ankündigung der Volksbank, jedem Betroffenen einen zinsfreien Kredit von bis zu 10.000 Euro einzuräumen. Nicht so gut klangen dagegen die Ankündigungen für anstehende Reparaturarbeiten: Vier Brücken müssen komplett neu gebaut werden; zwei in Pech, eine zwischen Arzdorf und Berkum und eine in Niederbachem, dafür rechnet man bei der Gemeinde mit 14-18 Monaten Bauzeit. (RSC)